FRIEDEWALD
Friedewald ist der Kernort der Gemeinde Friedewald. Der Ort liegt am Fuße des Dreienberges. Der Dreienberg ist der nördlichste Ausläufer der Rhön. Friedewald liegt an der A4, hat eine eigene Autobahnanbindung. Durch einen Kreisel auf der Autobahnzufahrt ist es möglich direkt das Industriegebiet anzufahren.
Als hessisches Amt mit Markt und Gerichtsbarkeit wird Friedewald erstmals im Jahre 1392 erwähnt. Die Erstnennung des Dorfes Friedewald stammt aus dem Jahre 1430.
Wappen
Das Wappen der Gemeinde Friedewald zeigt im von Rot und Silber durch eine Mitte erhöhte Zinnenmauer geteilten Schild oben vier silberne Eichenblätter mit je einer Eichel, unten einen schwarzen vierschaligen Brunnen.
Mit der Zinnenmauer der Burg Friedewald und dem typischen vierschaligen Brunnen vereint es charakteristische Elemente des Friedewalder Orstbildes. Die vier Eichenblätter verweisen auf die 1000-jährige Eiche und symbolisieren zugleich die vier Ortsteile der Gemeinde. Die hessischen Farben Rot und Weiß zeigen die Zugehörigkeit zum heutigen Land Hessen, weisen aber zugleich auf die Bedeutung hin, die das Jagdschloß Friedewald für die alte Landgrafschaft Hessen hatte.
Die Wasserburgruine Friedewald befand sich bei ihrer Ersterwähnung im Jahre 1317, die wohl zum Schutz der West-Ost-Fernstrasse "Durch die kurze Hessen" angelegt worden war, als hersfeldisches Lehen im Besitz des Landgrafen von Hessen. 1476 ließ Landgraf Heinrich III. die Burg niederreißen und durch seinen Festungsbaumeister, Hans Jacob von Ettlingen, als kleine, aber moderne Festung im quadratischen Grundriss mit vier bastionsartigen Rundtürmen und einem breiten Wassergraben neu bauen. In der Folgezeit war die Wasserburg ein beliebtes Jagdschloss der Landgrafen. Sie diente vielfach als Ort politischer Verhandlungen. So versammelte Philipp der Großmütige hier seine Mitstreiter um sich, um mit ihnen dier vertraglichen Artikel für den schmalkaldischen Bund vorzubesprechen. 1551 trafen sich in den Räumen der Burg Kurfürst Moritz von Sachsen und Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, um ihren Feldzug gegen Kaiser Karl V. zur Befreiung des Landgrafen aus der Gefangenschaft vorzubereiten. Im Laufe des 16. Jahrhunderts verlor Friedewald seine befestungstechnische Bedeutung. So begann Landgraf Wilhelm IV. mit der Übernahme seiner Regierungsgeschäfte im dritten Viertel des 16. Jahrhunderts einen Umbau, der im frühen 17. Jahrhundert abgeschlossen war. Aus der wehrhaften Anlage war nun endgültig ein Jagdschloss geworden. Während des 30. jährigen Krieges von 1618-48 wurde die Burg mehrmals erobert, diente aber weiterhin als Jagdschloss. 1759 waren die Österreicher, danach die Preußen und von 1760 bis 1762 die Franzosen die Besatzer der Burg. Zur Zerstörung der Burg kam es 1762 während des 7-jährigen Krieges. Leutnant Matthias Steigleider vom hannoveranischen Jägerregiment hielt mit 50 Mann und 10 Reitern die Burg, als der französische General Stainville angewiesen wurde, die Nachschubwege zu sichern. General Stainville besetzte mit 5000 Mann Infantrie, 3000 Mann leichter Kavallarie, 8 Geschützen und 2 Haubitzen die Höhen um den Ort und die Burg Friedewald. Nach zwei Tagen mussten sich die Verteidiger nach erheblichen Zerstörungen und einem Brand der Burg am 7. August 1762 den Angreifern ergeben. Nachdem General Stainville erkennen musste, wie klein die Schar der Verteidiger war, die seinen Truppen zwei Tage getrotzt hatten, gab er Leutnant Steigleder den Degen zurück und ließ die Jäger abziehen. Seine Truppen hatten ganze Arbeit geleistet. Die Burg war eingeäschert und wurde nicht wieder aufgebaut. Die Burgruine und die einzelnen Schlossgebäude dienten noch bis in das 20. Jahrhundert hinein der Gerichtsbarkeit und der Forstverwaltung. Heute beinhaltet das Areal das 5 Sterne Hotel Prinz von Hessen, das Heimatmusem und die Räumlichkeiten der Folkore Gruppe Friedewald.
